In Berlin sieht man sehr viele Pfandflaschensammler. Diese Menschen sind mittlerweile nicht nur Obdachlose, sondern häufig Menschen, die von Hartz4 leben, Rentner sind oder sogar einen oder mehrere Jobs haben, aber trotzdem nicht über die Runden kommen. Das Geld reicht meistens nur für Miete und Lebensmittel; jede weitere Kleinigkeit, die sie sich leisten wollen oder benötigen kostet aber extra Geld. Diese Lücke versuchen sie mit dem Sammeln von Pfandflaschen zu schließen. Dafür sind sie oft stundenlang für wenige Flaschen unterwegs und sammeln diese meist aus Mülltonnen, auf der Straße und an Bahnhöfen.
Auf der anderen Seite haben wir länger in WGs gelebt und in Büros gearbeitet. Wir haben gemerkt, dass dort häufig viele Flaschen anfallen, für die sich niemand zuständig fühlt, und uns gewünscht, dass wir unkompliziert jemanden anrufen könnten, der die Flaschen abholt und dafür den Pfand behalten kann.
Wir sind mit dieser Idee auf Pfandsammler zugegangen und haben sie gefragt, ob sie dabei mitmachen würden. Die meisten fanden das eine gute Idee und fast alle hatten Handys. Mit den Sammlern haben wir uns auch darauf verständigt, dass sie nur für mindestens 20 Bierflaschen gerufen werden. Mittlerweile haben wir mehrmals den Wunsch von Pfandsammlern gehört, dass wir auf der Webseite geringere Mindestmengen angeben sollen.
Mittlerweile sind über 600 Pfandsammler aus ganz Deutschland auf unserer Seite registriert und auf Facebook hat unsere Seite 5.000 Fans. Die meisten Rückmeldungen sind positiv und es kam schon öfter vor, dass sich Pfandnehmer bei uns wieder abgemeldet und sich für die Hilfe bedankt haben, als sie nicht mehr arbeitslos waren.







